F&F FRÜHE KINDHEIT
Vermuten sie eine Suchterkrankung in der Familie und Sorgen sich um das Wohl eines Kindes oder mehrerer Kinder? Unser Stufenplan mit Checklisten unterstützt Fachpersonen, welche Ungeborene, Säuglinge und Kinder unter 4 Jahren begleiten oder betreuen.
In der Schweiz wächst schätzungsweise jedes zwölfte Kind mit suchtkranken Eltern auf (Sucht Schweiz). Selten sprechen betroffene Familien offen über Belastungen, Herausforderungen oder Krankheit. Die Kinder werden Schattenkinder genannt - weil sie und ihre Familien wenig Unterstützung erfahren.
Professionalität im Kinderschutz bedeutet, sich im Team mit Themen des Kinderschutzes auseinanderzusetzen und eine gemeinsam Haltung einzunehmen. Idealerweise sind Präventionsangebote und Handlungsschritte bei vermuteter Gefährdung in einem Konzept festgehalten, welches fortlaufend evaluiert und angepasst wird.
Der folgende Stufenplan schützt Fachpersonen in der Betreuung und Familienbegleitung davor, aus Sorge überhastete und unreflektierte Massnahmen zu ergreifen. Er unterstützt darin, koordiniert und wirksam vorzugehen. Dies schafft Sicherheit – für alle.
STUFENPLAN
Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Sie täglich mit suchtbelasteten Familien in Kontakt. Erarbeiten Sie im Team ein Konzept, bevor es zu einer prekären Situation kommt. Das schafft Sicherheit, weil es Haltung, Verantwortlichkeiten und Handlung definiert – und professionelles Handeln ermöglicht.
Gerade in der ersten Lebensphase führen familiäre Belastungen bei Kindern nicht zwangsläufig zu auffälligem Verhalten. Dies macht das Erfassen der Situation komplex und schwierig.
Langfristige und präzise Beobachtungen, bestenfalls aus mehreren Perspektiven, unterstützen Sie bei allen nachfolgenden Schritten. Fokussiert beobachten und wertfrei festhalten sollten Sie insbesondere:
– das kindliche Verhalten
– die Eltern-Kind-Interaktion
– den Verlauf von Übergängen
Reflektieren Sie mit einem geeigneten Gegenüber aus der Leitung oder Ihrem Team wie Sie die Situation wahrnehmen und wie gehandelt werden kann, z.B. anhand folgender Fragen. Hüten Sie sich davor, die Situation zu interpretieren. Ermittlung und Wahrheitsfindung ist Sache der Behörden.
– Was habe ich wahrgenommen?
– Was könnte ich falsch wahrgenommen haben?
– Was ist meine Aufgabe bzw. meine Pflicht?
Bei Verdacht auf Gefährdung
Lassen Sie sich von der Fachberatung Kinderschutz oder des Sozialabklärungsdiestes der KESB beraten. Nennen Sie für eine Erstberatung keine Kinder- oder Familiennamen. Definieren Sie gemeinsam das weitere Vorgehen.
– Wie handeln wir?
– Wer wird in welchem Bereich handeln?
– Welche Vorbereitungen sind zu treffen?
Nicht alles ist im grünen Bereich? Entscheiden Sie vernetzt und planen Sie umsichtig weitere Schritte.
Von Veränderung des Spielangebotes, über Vermittlung von Unterstützungsangeboten für Familien bis zum Einreichen einer Kindeswohlgefährdung besteht ein breites Angebot an Handlungsmöglichkeiten.
Diagramm von Kinderschutz Schweiz
Werten Sie den Prozess nach dem Abschluss der Gespräche und anderen Massnahmen aus, um Erkenntnisse zu nutzen. Überprüfen Sie, ob und wie das Vorgehen zu einer Stabilisierung oder Verbesserung der familiären Situation beigetragen hat. Nutzen Sie dafür die folgenden Fragen:
– Wie hat sich die Situation verändert?
– Was muss am Prozess angepasst werden?
– Wo werden die Erkenntnisse abgelegt?
– Wer muss informiert werden?
– Wurde die Situation richtig eingeschätzt?
– Falls nicht: Gestanden wir den Fehler gegenüber der Familie ein?
Fragen? Wünsche?
Unsere Erstberatungen sind kostenlos. Gerne gebe ich Auskunft oder erarbeite ein Angebot, das auf Sie zugeschnitten ist.
UNSERE ANGEBOTE
Was möchten Sie weiterverfolgen? Spiel- und Gefühlskompetenz fördern? Endlich das Konzept Kinderschutz in Angriff nehmen? Oder starten Sie damit, sich mit Fachpersonen anderer Bereiche zu vernetzen? Wir begleiten Sie gerne.
Sie befassen sich neu mit dem grossen Thema Kinderschutz, Familie und Belastung, etc. und wollen in einem ersten Schritt im Team dieses Thema ansprechen. Gerne begleiten und leiten wir diese erste Auseinandersetzung mit dem Thema und stehen als moderierende Partnerin zur Verfügung.
Kindertagesstätten im Kanton Luzern werden von der Fachberatung Kinderschutz im Prozess der Kinderschutz Konzepterarbeitung begleitet. Nehmen Sie Kontakt auf.
Leisten Sie in einer anderen Form Arbeit im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung? Setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung für ein unverbindliches Erstgespräch.
Akzent Frühe Kindheit bietet individualisierte Weiterbildung rund die Präventionsarbeit in der Kinderbetreuung. Dabei stehen die Themen Spiel, Gefühle und Lebenskomeptenzen im Zentrum. Unsere Weiterbildungen sind teilsubventioniert.
Kitas und Spielgruppen können zudem kostenlose Elternveranstaltungen buchen, inkl. der Finanzierung der Kosten für Dolmetschende.
Akzent organisiert wiederkehrende Vernetzungsanlässe zwischen Fachpersonen der Betreuung und anderen Bereich, wie beispielsweise dem Kinderschutz. Abonnieren sie den Newsletter und bleiben Sie infomiert.
Sie wollen lokal einen Vernetzungsanlass gestalten? Akzent unterestützt Sie in den Vorbereitungen und Umsetzung.
Unsere Mediothek bietet kostenlose Ausleihe und Versand stellt Bilderbücher, Videos und Fachliteratur rund um gesundes Aufwachsen zur Verfügung. Kommen Sie vorbei oder stöbern Sie durch den Onlinekatalog und lassen Sie die Medien zu sich nach Hause senden.
AGENDA
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19. November 2026
Stilles Verhalten als kindliche Reaktion auf familiäre Belastung
Veranstaltung im Rahmen von DiskuTafel mit Input, Vernetzung und Austausch für Fachpersonen Frühe Kindheit, Schule, Kinderschutz, Familienbegleitung, Psychologie und weitere Interessierte
17:00 – 19:00 Uhr
Pfarreizentrum Barfüsser, Winkelriedstrasse 5, 6003 Luzern, Saal 1. OG
46 freie Plätze
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18. März 2027
Familienzentrierte Vernetzung im Kanton Luzern
Info- und Vernetzungsanlass im Rahmen der Nationale Aktionswoche für Fachpersonen der Frühen Kindheit
08:30 – 12:30 Uhr
Der MaiHof, Weggismattstrasse 9, Luzern
60 freie Plätze